pib - Prävention in Betrieben ist ein gemeinsames Projekt des Vereins BIN und Suchtprävention Jugendrotkreuz.
Ziel ist es Führungskräften konkrete Unterstützung im Umgang mit suchtgefährdeten oder bereits abhängigen Mitarbeitern zu bieten. Beide Vereine erachten es als ihre Aufgabe, im Bereich Arbeitswelt Früherkennung und Intervention bei Suchtproblemen zu initiieren.
Missbrauchs- und Suchtverhalten einzelner Personen soll bereits in einem Frühstadium erkannt und rechtzeitig angemessene Maßnahmen eingeleitet werden, die zu Spontanremissionen oder der Nutzung des vorhandenen Beratungsangebots führen.
Ausgangspunkt dieser erfolgreichen Zusammenarbeit war eine 1999 in Auftrag gegebene Erhebung bei Tiroler Personalverantwortlichen und Arbeitsmedizinern, die einen dringenden Handlungsbedarf ergab. Seit damals wurde pib - Prävention in Betrieben kontinuierlich weiter entwickelt und konsequent umgesetzt.
Unterstützt wird das Programm von einem breiten Gremium, dem das Land Tirol, AUVA, WK, AK, IV, ÖGB und Ärztekammer angehören.
Seit dem Jahr 2003 wurden mehr als 230 Seminare und Infoveranstaltungen zum Thema -Alkohol am Arbeitsplatz - eine lösbare Aufgabe" durchgeführt, circa zwei Drittel davon direkt in Betrieben. Bei diesen Veranstaltungen wurden ungefähr 4000 Betriebsleiter, Personalverantwortliche, Führungskräfte, Arbeitsmediziner, Sicherheitsfachkräfte, Betriebsräte und Mitarbeiter darin geschult, wie man bei Alkoholproblemen im betrieblichen Kontext richtig interveniert.
In zahlreichen Tiroler Unternehmen wurden aber auch Arbeitsgruppen zum Thema Alkohol am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. Diese erarbeiten Regelungen, Betriebsvereinbarungen und allgemeinpräventive Maßnahmen. Vor allem bewirkt diese Arbeit aber die Enttabuisierung des Themas Alkohol im betrieblichen Bereich und steigert damit die Bereitschaft, bestehende Probleme konstruktiv anzugehen.
Auf diese Weise wurden bereits mehr als 200 alkoholgefährdete oder -kranke Personen direkt von Betrieben in die Beratung des Vereins BIN vermittelt.
Im Jahr 2005 erregte vor allem die von pib - Prävention in Betrieben initiierte Kampagne -PROSIT - (kein) Alkohol am Arbeitsplatz" Aufsehen. Diese Initiative richtete sich in Form von vier informativen Tischstehern für Pausenräume und Kantine direkt an Kollegen und Betroffene. Ziel war es, Informationen über Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit zu geben, Selbsteinschätzung zu ermöglichen (Promillerechner) und über Interventionsmöglichkeiten und Unterstützungsangebote zu informieren. Mehr als 200 Tiroler Betriebe beteiligten sich an dieser Aktion. Zusätzlich gab es Anfragen aus vielen Bundesländern und aus Deutschland.
Derzeit stehen den Tiroler Betrieben im Rahmen von pib - Prävention in Betrieben folgende Angebote zur Verfügung:
- Persönliches Beratungsgespräch
- Seminar für Führungskräfte
- Gesprächsführung für Führungskräfte
- Informationsveranstaltung für Mitarbeiter
- Individualcoachin
Seit Jahresbeginn gibt es als neues Angebot den "Arbeitskreis betriebliche Suchtprävention". Im Sinne eines Qualitätszirkels bietet er Betrieben, die schon länger mit uns in Kontakt stehen, die Möglichkeit, zusammen mit anderen Erfahrungen auszutauschen sowie neue Motivation und Ideen für die Weiterarbeit zu erhalten. Jede Zusammenkunft bietet auch einen inhaltichen Input. Insgesamt geht es uns hierbei darum, dass sich die betriebliche Prävention in den entsprechenden Firmen nachhaltig etabliert.
Zum Abschluss bleibt nur noch zu sagen, dass die Zahl der Firmenanfragen bezüglich betriebsinterner Maßnahmen stetig anwächst.
Als derjenige, der bei Kontakt+co für die Gesamtkoordination des Programms zu-ständig ist, kann ich auf mehreren Jahren sehr guter Zusammenarbeit mit dem Verein BIN weiter aufbauenzurück und bin der Überzeugung, dass der bislang gemeinsam so erfolgreich beschrittene Weg der richtige ist und sich in den kommenden Jahren in bewährter Weise fortsetzen wird.
Ein Bericht von MMag. Harald Golser () - |